Erwerbstätigenquote
Definition:
Der Indikator zeigt, wie hoch der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung in der Altersgruppe der 15- bis unter 65-Jährigen in Abhängigkeit vom Geschlecht ist. Laut der hier angewandten Definition der International Labour Organization (ILO) sind Erwerbstätige Personen ab 15 Jahren, die gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit arbeiten oder unbezahlt in einem Familienbetrieb mithelfen, unabhängig vom zeitlichen Umfang. Wer sich in einem Beschäftigungsverhältnis befindet, aber im Berichtszeitraum vorübergehend nicht gearbeitet hat, gilt auch als erwerbstätig.
Detaillierte Daten enthält diese Tabelle.
Teilzeitquote
Definition:
Der Indikator zeigt, wie hoch der Anteil der Erwerbstätigen in Teilzeitbeschäftigung an allen Erwerbstätigen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren in Abhängigkeit vom Geschlecht ist. Als Teilzeit wird dabei jede Arbeitszeit gewertet, die weniger Arbeitsstunden als die Arbeitszeit von vergleichbaren Personen in Vollzeit umfasst. Bei der Messung wird die Selbsteinschätzung der Befragten zugrunde gelegt. Betrachtet wird in der Regel nur die Tätigkeit mit der längsten Arbeitszeit (Haupterwerbstätigkeit).
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Erwerbstätigkeit von Eltern mit Kind(ern) unter drei Jahren
Definition:
Der Indikator beziffert den Anteil von erwerbstätigen Müttern und Vätern an allen Müttern und Vätern im Alter von 15 bis 64 Jahren mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter drei Jahren (in Hauptwohnsitzhaushalten). Die Daten basieren auf einer Selbstauskunft von stichprobenartig ausgewählten Personen. Erfasst wird die realisierte Erwerbstätigkeit, das heißt, Personen, die ihr bestehendes Erwerbsverhältnis aufgrund von Mutterschutz oder Elternzeit unterbrechen, werden nicht berücksichtigt. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Krankheit oder Urlaub zum Stichtag nicht aktiv ausüben, sind enthalten.
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Gender Pay Gap
Definition:
Der Gender Pay Gap beschreibt den Verdienstabstand pro Stunde zwischen Frauen und Männern. Unterschieden wird zwischen dem unbereinigten und dem bereinigten Wert. Während in den unbereinigten Wert Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern mit unterschiedlichen Berufen, Qualifikationen und Jobanforderungen einfließen, werden beim bereinigten Wert Ursachen für den Verdienstunterschied herausgerechnet. Beim bereinigten Wert werden also Bruttostundenlöhne von Frauen und Männern mit vergleichbaren Eigenschaften und Erwerbsbiografien miteinander verglichen. Die Aussagekraft der beiden Indikatoren erklärt auch unser Kurzvideo.
Zu berücksichtigen ist, dass nicht alle lohnbestimmenden Merkmale in der Verdiensterhebung vorliegen. Beispielsweise stehen keine Informationen zu Erwerbsunterbrechungen oder zur tatsächlichen Berufserfahrung zur Verfügung. Es ist davon auszugehen, dass mit Informationen wie diesen ein größerer Anteil der Lohnlücke erklärt werden könnte, womit der bereinigte Gender Pay Gap geringer ausfallen würde. Daher ist der bereinigte Gender Pay Gap als "Obergrenze" für direkte Verdienstdiskriminierung zu verstehen.
Detaillierte Daten enthalten diese Tabellen zum Unbereinigten Gender Pay Gap und zum Bereinigten Gender Pay Gap.
Gender Gap Arbeitsmarkt
Definition:
Der Indikator Gender Gap Arbeitsmarkt beschreibt den gesamten Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen im erwerbsfähigen Alter. Über den Gender Pay Gap (Verdienstunterschied pro Stunde zwischen Frauen und Männern) hinaus berücksichtigt der Gender Gap Arbeitsmarkt zusätzlich geschlechterspezifische Unterschiede in den bezahlten Arbeitsstunden im Monat (Gender Hours Gap) und in der Erwerbstätigkeit (Gender Employment Gap: relative Abweichung der Erwerbstätigenquoten). Zur Berechnung des Gender Gap Arbeitsmarkt werden drei verschiedene Komponenten für Männer und Frauen einbezogen:
- der durchschnittliche Bruttostundenverdienst,
- die Zahl der bezahlten Arbeitsstunden im Monat
- und die Erwerbstätigenquote.
Diese Komponenten aus der Verdiensterhebung sowie dem Mikrozensus werden jeweils für Männer und für Frauen multipliziert. Aus dem Produkt der Komponenten der Männer und Frauen wird die Differenz gebildet und ins Verhältnis zum Produkt der drei Komponenten der Männer gesetzt. Je höher der Wert des Gender Gap Arbeitsmarkt, desto stärker ist die Verdienstungleichheit auf dem Arbeitsmarkt ausgeprägt.
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Gender Pension Gap
Definition:
Der Gender Pension Gap wird auch als „geschlechtsspezifische Altersvorsorgelücke“ oder „Rentenlücke“ bezeichnet. Der Indikator beschreibt den relativen Unterschied der Alterssicherungseinkommen von Männern und Frauen ab 65 Jahren. Er gibt an, um wie viel Prozent die durchschnittlichen Alterseinkünfte von Frauen höher (negativer Wert) oder niedriger (positiver Wert) sind als die von Männern.
Zu den Alterseinkünften können Alters- und Hinterbliebenenrenten und -pensionen sowie Renten aus individueller privater Vorsorge zählen. Da die Hinterbliebenenrente/-pension von der Erwerbstätigkeit des Ehepartners bzw. der Ehepartnerin abhängt, kann je nach Zweck dieses Alterseinkommen bei der Berechnung des Gender Pension Gaps ausgenommen werden. Hierdurch wird das geschlechtsspezifische Gefälle ausschließlich basierend auf den eigenständigen Leistungen dargestellt (siehe z. B. die Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik für das BMFSFJ).
Zu beachten ist, dass beim Gender Pension Gap die einzelne Person betrachtet wird und nicht der Haushalt als ökonomische Einheit. Rückschlüsse auf die tatsächliche Versorgungslage der älteren Frauen lassen sich vom Gender Pension Gap dementsprechend nicht ableiten.
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Gefährdung durch Armut oder soziale Ausgrenzung (AROPE)
Definition:
Eine Person gilt gemäß EU-Definition als von Armut oder sozialer Ausgrenzung (AROPE) bedroht, wenn mindestens eine der folgenden drei Bedingungen zutrifft: Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. Für jede dieser Lebenssituationen kann jeweils der Anteil der Betroffenen an der Bevölkerung ermittelt werden.
AROPE ist auf der EU-Ebene ein Hauptindikator zur Überwachung des EU-2030-Ziels "Verringerung von Armut". Bis 2030 soll EU-weit die Zahl der Menschen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, um mindestens 15 Millionen Menschen reduziert werden, davon mindestens 5 Millionen Kinder.
Detaillierte Daten für Deutschland enthält die Tabelle Armuts-oder Ausgrenzungsgefährdung (AROPE) im Zeitvergleich sowie die Tabelle AROPE-Rate (Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung) und ihre Teilindikatoren nach Geschlecht und Alter.